
Die Hirschstelen von Uushigiin Övör
Die Hirschstelen von Uushigiin Övör
20 km westlich von Mörön vereint dieser Begräbniskomplex aus der Bronzezeit 14 Granitsstelen, die mit Hirschen, Himmelskörpern und rituellen Objekten graviert sind.
Die Hirschstelen von Uushigiin Övör bilden eine der aussagekräftigsten archäologischen Stätten Nordmongoliens. Diese in der Steppe etwa zwanzig Kilometer westlich von Mörön aufgerichteten Steine stammen aus der Bronzezeit und zeigen eine Grabkunst und Symbolik, die für die nomadischen Völker charakteristisch ist, die vor etwa 3.000 Jahren dieses Gebiet bewohnten.
Warum Uushigiin Övör besuchen
Die Stätte umfasst einen Begräbniskomplex aus Gräbern und vierzehn Granitsstelen, die in einer offenen Steppenlandschaft ohne Absperrung oder museale Inszenierung aneinandergereiht sind. Diese Schlichtheit verleiht dem Besuch einen unmittelbaren Charakter: Man kann sich frei zwischen den Steinen bewegen, in Augenhöhe, was es ermöglicht, die Finesse der Gravuren im Detail zu beobachten.
Für Reisende, die durch Nordmongolien in Richtung des Khövsgöl-Sees unterwegs sind, stellt Uushigiin Övör einen kurzen, aber aussagekräftigen Halt dar, der sowohl archäologisch als auch wegen der Schönheit der umgebenden Landschaft interessant ist. Die Stätte bleibt wenig besucht, was sie zu einem ruhigen Etappenpunkt macht.
Geschichte und Bedeutung der Hirschsteine
Die Hirschstelen, im Englischen deer stones genannt, sind charakteristisch für eine Kultur der späten Bronzezeit und des frühen Eisenalters, die hauptsächlich in der Mongolei und Südsibilien verbreitet war. Mehrere hundert dieser Steine wurden im ganzen Land registriert, aber Uushigiin Övör gehört zu den am besten erhaltenen Ensembles.
Ihre Funktion wird von Archäologen noch diskutiert. Sie sind mit Bestattungen und Bestattungsriten verbunden, aber auch mit schamanischen Praktiken. Nach verschiedenen Interpretationen begrenzen sie heilige Räume und stellen lebende Wesen dar, die liegen, besonders Tiere. Der Hirsch nimmt dabei eine zentrale Rolle ein, wohl aufgrund seiner Funktion als Psychopompos — ein Tier, das die Seele des Verstorbenen ins Jenseits begleitet.
Auch heute noch werden diese Stelen von den Bewohnern der Umgebung respektiert und gefürchtet. Es ist nicht selten, dass in der Nähe Steinmännchen oder Opfergaben zu sehen sind, ein Zeichen für die Kontinuität einer heiligen Beziehung zum Ort.
Was man vor Ort beobachtet
Die Steine sind zwischen 2 und 4 Meter hoch und durchschnittlich 0,5 Meter breit. Sie sind aus lokalem Granit behauen und stehen aufrecht, manchmal umgeben von kleinen kreisförmigen Steinstrukturen (khirigsuurs), die Gräbern oder rituellen Flächen entsprechen.
Die Ikonographie
- Die stilisierten Hirsche befinden sich in der oberen Hälfte der Stelen. Ihre übergroßen Geweihe erstrecken sich nach hinten in Voluten, ihr Körper ist von der Seite dargestellt, in aufwärts gerichteter Bewegung.
- Sonnenscheiben oder Himmelsfiguren befinden sich an der Spitze, manchmal als Gesichter interpretiert.
- Stilisierte Objekte sind in der mittleren und unteren Hälfte graviert: Gürtel, Bögen, Köcher, Messer oder Schilde, die auf die Ausrüstung eines Kriegers hindeuten.
Diese Überlagerung — Himmelskörper oben, Tiere in der Mitte, menschliche Attribute unten — wird oft als kosmologische Darstellung auf drei Ebenen gelesen (Himmel, Erde, Welt der Menschen).
Praktische Informationen
Die Stätte ist frei zugänglich, ohne ständigen Ticketverkauf. Planen Sie etwa 1 Stunde für den Besuch vor Ort ein, ausreichend um die Stelen zu umrunden und die Gravuren bei guten Lichtverhältnissen zu beobachten.
- Beste Zeit: von Juni bis September, wenn die Pisten befahrbar sind und die Steppe zugänglich ist. Der Winter ist in dieser Region hart.
- Lichtverhältnisse: früher Morgen oder späte Nachmittag, um die Gravuren in Seitenlicht zur Geltung zu bringen.
- Mitzubringen: Wasser, Sonnenschutz, geeignetes Schuhwerk. Es gibt vor Ort keinen Schatten und keine Versorgungseinrichtungen.
- Respekt vor der Stätte: nicht auf die Stelen klettern, nichts unter den Steinen und Opfergaben verschieben.
Anfahrt
Uushigiin Övör liegt etwa zwanzig Kilometer westlich von Mörön, der Hauptstadt der Provinz Khövsgöl. Mörön ist mit Ulan-Bator durch regelmäßige Inlandsflüge verbunden (etwa 1h30) und über die Straße (etwa 670 km, 12 bis 15 Stunden je nach Zustand der Pisten).
Von Mörön aus erfolgt die Anfahrt mit einem 4x4-Fahrzeug oder privatem Taxi in weniger als einer Stunde. Es gibt keine öffentlichen Verkehrsmittel, die direkt zur Stätte führen: Die meisten Reisenden machen hier einen Halt mit einem Fahrer-Guide, im Rahmen eines Ausflugs zum Khövsgöl-See.
Weitere Sehenswürdigkeiten in der Region
Mehrere Stätten ergänzen einen Besuch im Norden der Mongolei oder eine größere Reise durch das Land:
- Die türkischen Gedenkstätten von Khöshöö Tsaidam, ein weiteres großes archäologisches Ensemble.
- Der Tempel von Gunj, Zeugnis mongolischer Religionsarchitektur.
- Der See Khagiin Khar, in einer Bergumgebung.
- Das Kloster Khambiin Khiid für das buddhistische Kulturerbe.
Vorbereitung Ihrer Mongolei-Reise
Die Stelen von Uushigiin Övör fügen sich natürlich in eine Reiseroute ein, die archäologisches Erbe und die großen Landschaften des Nordens verbindet. Um eine maßgeschneiderte Route zu planen, die Mörön, den Khövsgöl-See und die wichtigsten Stätten des Landes umfasst, konsultieren Sie unsere Reisen in die Mongolei.
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