Der Mythos des Olgoi

Der Mythos des Olgoi

Der Mythos des Olgoi

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Frank Herbert, der Autor von Dune, hat letztendlich nichts erfunden! Jeder kennt die Bilder dieser gigantischen Sandwürmer, die diese Science-Fiction-Saga prägen. Nun ja, die Mongolei hat da durchaus ihre eigene Geschichte: einen eigenen Riesenwurm nämlich.

  1. Februar 2015Frank Herbert, der Autor von Dune, hat letztendlich nichts erfunden! Jeder kennt die Bilder dieser gigantischen Sandwürmer, die diese Science-Fiction-Saga prägen. Nun ja, die Mongolei hat da durchaus ihre eigene Geschichte: einen eigenen Riesenwurm nämlich – олгой-хорхой (ausgesprochen olgoi-khorkhoi), was wörtlich "Dickdarmwurm" bedeutet. Diese Kreatur, auch als "Würger der Steppe" bekannt, soll in den isoliertesten und trockensten Sandregionen der Gobi sein Unwesen treiben.

Der Wurm wird als scharlachrot gefärbt beschrieben – mit dem Aussehen von Rinderdärmen – und soll zwischen 60 cm und 1,50 Meter lang und etwa so dick wie ein Unterarm sein. Es soll schwierig sein, seinen Kopf von seinem Schwanz zu unterscheiden, da der Wurm weder sichtbare Augen noch einen Mund besitzt. Einige Berichte beschreiben ihn auch mit dunklen Flecken auf dem Körper und Stacheln an beiden Enden. Man vermutet, dass er der Familie der Polychaeta-Würmer ähnelt, insbesondere der eunice aphroditois, einem omnivoren räuberischen Meereswurm.

Unter den Mongolen der Region zirkulieren die wildesten Geschichten über diesen Wurm. So heißt es etwa, dass der Wurm in der Lage sein soll, Schwefelsäure auszustoßen – schon ein Tropfen könne jedes Metall auflösen und einen Menschen töten. Manche berichten auch, dass er aus der Ferne mit elektrischen Entladungen töten könne. Wieder andere sagen, der Wurm sei so giftig, dass bereits die kleinste Berührung zum sofortigen Tod führe. Dieser mythische Wurm soll unter der Erde leben, den größten Teil des Jahres über hibernieren und nur während Juni und Juli erwachen. Der Wurm wird den Berichten nach vor allem bei Regen an der Oberfläche gesichtet, wenn der Boden nass ist. Der Wurm soll eine Vorliebe für die seltenen parasitären Pflanzen haben, die in der Gobi wachsen – etwa das Goyo, eine giftige Pflanze, die angeblich nach einer Mischung aus Banane und Sellerie schmeckt.

Obwohl die Bewohner der Gobi seit Jahrhunderten von diesem Wurm berichten, erfuhren westliche Menschen erst 1926 davon – durch das Buch On the Trail of Ancient Man des amerikanischen Paläontologen Roy Chapman Andrews. In seinem Werk berichtete dieser von seiner Skepsis gegenüber der Existenz des Monsters, dessen Geschichten er von Mongolen gesammelt hatte: "Keiner der Anwesenden hat die Kreatur je gesehen, aber alle glauben fest an ihre Existenz und beschreiben sie mit großer Genauigkeit".

GeschichteCharlène NomadaysVon Anfang an SEO-Redakteurin bei Nomadays, später Content Manager und Leiterin des Kommunikationsteams, begleitet Charlène das Abenteuer seit seinen Anfängen mit Leidenschaft und Treue. Nach sieben Jahren in Asien – von China über Thailand bis zur Mongolei und Südkorea – hat sie das Reisen zu ihrer Lebensweise gemacht. Verliebt in Worte, Natur und Begegnungen, möchte sie in ihren Texten eine sensible, engagierte und verantwortungsvolle Sicht des Tourismus vermitteln. Für sie ist jeder Artikel eine Brücke zwischen Neugier, Respekt und Staunen.

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