Entdeckung der Mumie eines buddhistischen Mönchs, der seit 200 Jahren meditiert
Am 27. Januar 2015 schockierte die Entdeckung eines vor über 200 Jahren mumifizierten buddhistischen Mönchs in der Nähe der Hauptstadt der Mongolie die wissenschaftliche und religiöse Welt. Diese Entdeckung fasziniert dadurch, dass der leblose Körper des Mönchs in ausgezeichnetem Zustand und in der Lotusposition gefunden wurde, was vermuten lässt, dass er noch immer in tiefster Meditation verweilt.
- Juli 2018 – Am 27. Januar 2015 schockierte die Entdeckung eines vor über 200 Jahren mumifizierten buddhistischen Mönchs in der Nähe der Hauptstadt der Mongolie die wissenschaftliche und religiöse Welt. Diese Entdeckung fasziniert dadurch, dass der leblose Körper des Mönchs in ausgezeichnetem Zustand und in der Lotusposition gefunden wurde, was vermuten lässt, dass er noch immer in tiefster Meditation verweilt. Eine bemerkenswerte Situation, die beweist, dass Mönche ihr Leben – und sogar ihren Tod – der Meditation widmen.
Wie lässt sich die außergewöhnliche Erhaltung der Mumie erklären?
Den Analysen von Spezialisten zufolge wurde der Körper des Mönchs durch ein Tierfell, das ihn zwei Jahrhunderte lang bedeckte, vor Verwesung bewahrt. Die Forschungen deuten darauf hin, dass dieses Tierfell von einer Kuh, einem Kamel oder einem Pferd stammen könnte. Darüber hinaus könnte die hervorragende Konservierung der sterblichen Überreste auch darauf zurückzuführen sein, dass sie vor der Bestattung mit großen Mengen Salz besprüht wurde.
Dieses Mumifizierungsverfahren, das Salz und Tierfell kombiniert und "Sokushinbutsu" genannt wird, war zwischen dem 9. und 19. Jahrhundert eine gängige Praxis unter buddhistischen Mönchen. Wenn ein Mönch wusste, dass er sterben würde, bat er seine Schüler, ihn auf diese Weise zu mumifizieren, und begann dann zu meditieren.
Aber wer ist dieser geheimnisvolle Mönch?
Der Körper des berühmten Lama Dashi-Dorzho Itigilov (1852 – 1927) wurde unter ähnlichen Umständen wie die 200 Jahre alte Mumie entdeckt – eingehüllt in ein Tierfell und ebenfalls in der Lotusposition. Allerdings befahl er seinen Schülern vor seinem Tod, ihn 30 Jahre nach seinem Tod auszugraben. Aufgrund dieser auffallenden Ähnlichkeiten zwischen den beiden Körpern stellten Experten die Hypothese auf, dass die zwei Jahrhunderte alte Mumie einer der Mentoren Itigilovs sein könnte. Doch bislang ist sich niemand sicher.
Andererseits behauptet Ganhugiyn Purevbata (Gründer des Mongolischen Instituts für buddhistische Kunst und Professor an der buddhistischen Universität von Ulan-Bator), dass es sich um die Mumie eines Bronze-Meisters namens Sanjjab handelt. Dem Aussagen dieses angesehenen Künstlers und buddhistischen Mönchs zufolge soll dieser zwischen 1822 und 1905 gelebt haben.
"Dieser Mönch ist nicht tot, er meditiert seit 200 Jahren, um Buddha zu werden!"
Religiöse Experten sind überzeugt, dass der Mönch nicht gestorben ist, sondern sich in einem meditativen Trancezustand befindet, der "Tukdam" genannt wird. Der buddhistische Mönch und Professor am Mongolischen Institut für buddhistische Kunst, Barry Kerzin, erklärte in der Siberian Times, dass dieser Zustand eintritt, wenn ein Mönch mehr als drei Wochen lang meditiert. Der Arzt, der dem Dalai Lama nahe steht, fügt hinzu, dass wenn dieses äußerst seltene Phänomen auftritt, mehrere Tage lang ein Regenbogen erstrahlt und die Schüler des Mönchs von unerklärlicher großer Freude erfüllt werden. Dies bedeutet dann, dass er einen "Regenbogenkörper" gefunden hat und kurz davor steht, den Rang eines Buddhas zu erreichen.
Ganhugiyn Purevbata ist ebenfalls überzeugt, dass die Mumie nicht im eigentlichen Sinne gestorben ist, da seine linke Hand "offen" ist und die rechte "die Predigt des Lotos-Sutra" symbolisiert. Dies bedeutet, dass der Lama nicht gestorben ist, sondern sich in sehr tieferMeditation befindet, wie es in der alten Tradition der buddhistischen Lamas üblich ist, fügt er hinzu.
Bislang wurden keine weiteren Informationen über die Mumie bekannt gegeben, außer ihrem Alter und ihrer möglichen Identität. Der Siberian Times zufolge wird sie von Wissenschaftlern im Nationalen Zentrum für Rechtsmedizin von Ulan-Bator genau untersucht, um mehr über ihre Ursprünge und Geheimnisse zu erfahren.
Charlène Nomadays – SEO-Redakteurin der ersten Stunde bei Nomadays, mittlerweile Content Manager und Leiterin des Kommunikationsteams. Charlène begleitet das Abenteuer von Anfang an mit Leidenschaft und Treue. Nach sieben Jahren in Asien – von China über Thailand bis zur Mongolei und Südkorea – hat sie das Reisen zu einer Lebensweise gemacht. Verliebt in Worte, Natur und menschliche Begegnungen, bemüht sie sich, in ihren Texten eine sensible, engagierte und verantwortungsvolle Vision des Tourismus zu vermitteln. Jeder Artikel ist für sie eine Brücke zwischen Neugier, Respekt und Staunen.


